Sigrid Varduhn
Autorin | Schreibcoach | Erzählerin
Newsletter vom 09.05.2016

Schreiben ist (für mich) wie …

Liebe Schreibfreundinnen, liebe Schreibfreunde,

Gutes Schreiben ist wie Schwimmen unter Wasser bei angehaltenem Atem.“, so hat es der Schriftsteller F. Scott Fitzgerald einmal formuliert. Aber vielleicht ist Schreiben für dich ja ganz anders?

Ob der Vergleich mit Sport oder Musik (tägliches Training!) oder das Bild vom Text(-prozess) als Puzzle, Skulptur oder Gemälde – das metaphorische oder vergleichende Denken zeigt uns den eigenen Schreibprozess in einem anderen Licht und kann zu neuen Erkenntnissen führen.

Wie das bildhafte Denken dir beim Schreiben helfen kann:  
  

1. Deine Liste: Schreiben ist (für mich) wie …

Beim Schreiben komme ich manchmal nur im Schneckentempo voran. Der rote Faden ist mir beim Schreiben wichtig. Mein Text fügt sich nach und nach zusammen wie ein Puzzle. Für jede und jeden gibt es beim Schreiben andere Bilder und Vergleiche.
 
Ein Tipp, um deine eigenen Bilder zu erforschen: Lege im ersten Schritt eine Liste an und setze immer wieder neu an mit:  „Schreiben ist (für mich) wie …“ Und wenn dir andere Lösungen einfallen, die nicht mit „Schreiben ist wie …“ beginnen, notieren sie trotzdem gleich.

2. Warum ist das so? Und: Wie fühlt sich das genau an?

Hat die (Schreib-)Schnecke ihr Haus dabei? Wie dick ist denn der rote Faden? Solche Fragen wirken zunächst komisch. Der „rote Faden“ zum Beispiel ist als Bild so etabliert, dass wir ihn nicht mehr hinterfragen. Aber gerade das kann uns weiterbringen – auch bei scheinbar selbstverständlichen Bildern.

Deshalb empfehle ich, mit einem Free Writing weiterzumachen. Also frei und unzensiert dazu zu schreiben, warum Schreiben für dich gerade so ist, wie du es auf deiner Liste notiert hast.

3. Vom roten zum gelben Faden
In diesem Schritt wandelst du dein Bild ganz bewusst ab: Was passiert, wenn der rote Faden gar nicht rot ist, sondern gelb? Oder gelb-blau-kariert? Was passiert mit der Schreib-Schnecke, wenn sie plötzlich sehr schnell wird? Du kannst wieder das Schreiben nutzen, um die Veränderungen zu erforschen. Oder du zeichnest oder malst dazu. Auch der Medienwechsel kann zu weiteren neuen Sichtweisen führen.

4. Ich als Faden sage es mal so…
Immer wieder eine starke Methode: die Personifikation. Schlüpfe in ein Objekt in deinem Bild hinein. Bei meinen Beispielen könnten es die Schnecke, das Haus, der Faden, ein Puzzleteil oder etwas anderes sein. Wie schaust du aus dieser Perspektive auf den Schreibprozess? Was möchtest du der Welt mitteilen, worüber beklagst du dich, was schätzt du?

Gute Inspirationen mit diesem Impuls wünscht dir

Sigrid

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