Sigrid Varduhn
Autorin | Schreibcoach | Erzählerin

Wie Kunst uns stärkt

2023 ist ein Spiel-Jahr für mich. So oft es geht, versuche ich, etwas Neues auszuprobieren, ins Spielen zu kommen, etwas zu machen, das ich schon als Kind gern gemacht habe (oder hätte). So habe ich mir dieses Jahr schon Jonglier-Bälle besorgt, eine Tanzgrupppe für mich entdeckt, war in einem Chanson-Workshop, bin auf dem Barfußpfad bei Beelitz gewandert und habe mir einen sehr großen Schwimmreifen fürs Baden im See bestellt (nein, doch keinen pinkfarbenen Flamingo, aber fast…).

Bestätigt fühle ich mich dabei durch ein Hörbuch, das ich seit einigen Wochen höre: “Your brain on art. How the art transforms us” der US-amerikanischen Autorinnen Susan Magsamen and Ivy Ross. Ich nenne es: ein Füllhorn für die Kunst. Denn in dem 9-stündigen Hörbuch – oder auf 300 Seiten – geht es immer um das eine: Wie Kunstmachen sich auf uns (und unser Gehirn) auswirkt und uns lebendig und „ganz“ macht.

Durch die vielen zitierten Studien ganz wissenschaftlich ist das Buch durch zahlreiche Anwendungsbeispiele dabei sehr anschaulich und praktisch. Die große Botschaft: Die Wirkung von Kunst für unser Wohlergehen ist neurowissenschaftlich belegt. Kunst ist kein “Nice-to-have”, sondern ein “Must-have”, um uns gesund zu halten und glücklich zu machen.

Die Kunst zu spielen

Was Jonglierbälle mit Kunst zu tun haben? Bei dem, was Susan Magsamen and Ivy Ross über die Wirkungskraft von Kunst herausgefunden und zusammengestellt haben, geht es um tägliche “spielerische” Aktivitäten: Ums Tanzen, Singen, Summen, Schreiben und vieles andere mehr. Einfach so, zur eigenen Freude.

Grab a pencil, a pen, a paintbrush, a tuning fork, a harmonica, a drum, a ball of yarn or a bag of parting soil and some plants and bring the benefits of art and aesthetics into your day.”

Dabei lässt es sich auch an das anknüpfen, was du schon als Kind oder Jugendliche gern gemacht hast – oder das ausprobieren, was du als Kind oder Jugendliche gern ausprobiert hättest.

Was hast du als Kind gern gespielt? Oder was hättest du gern ausprobiert?

Bei all dem brauchen wir nicht gut zu sein oder besser werden zu wollen. Es geht nicht darum, ein bestimmtes Ziel oder Ergebnis zu erreichen. Kunst zu machen, tut uns gut – einfach so.

Kunst ist persönlich

Auch etwas, das sich vielleicht schon ohne Gehirnforschung vermuten lässt und durch Studien aus der Neuroästhetik bestätigt wird: Unser Zugang zur Kunst ist sehr individuell. Was wir als schön oder gelungen empfinden, ist kulturell und durch persönliche Erfahrungen geprägt.

Aber: Kunst ist auch ein Weg, uns mit Erfahrungen und Ansichten vertraut zu machen, die noch nicht zu unserem Repertoire gehören. Sie ermuntert uns dazu, über uns hinauszuwachsen, Neues auszuprobieren, in einer Ausstellung auch vor den Bildern stehen zu bleiben, die uns (noch) nicht spontan ansprechen.

Kunst lässt uns Neues in und über uns entdecken.

Bist du neugierig geworden aufs (Hör-)Buch “Your brain on art”? Ich empfehle es gern. Fühlst du dich einfach ermutigt, jeden Tag etwas Spielerisches in deinem Leben zu tun? Wunderbar! Denn das möchte dieses Buch.

Kurz noch etwas zu den Autorinnen: Susan Magsamen ist Gründerin und Direktorin des International Arts + Mind Lab, Center for Applied Neuroaesthetics an der Johns Hopkins University School of Medicine, an der sie auch als Dozentin tätig ist. Ivy Ross ist Vizepräsidentin für Design im Bereich Hardware-Produkte bei Google, wo sie ein Team leitet, das über 225 Designpreise gewonnen hat.

Wenn du mehr über sie wissen möchtest: In diesem Video – auf Englisch – sprechen Susan Magsamen und Ivy Ross sehr anregend sowohl über ihr Buch als auch darüber, wie sie sich kennengelernt und ihre Ideen entwickelt haben: https://www.youtube.com/watch?v=tzWNIeJGYQw

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