
Ich bin eine Märchenfrau. Und ich liebe Romane. Kein Wunder, dass mich die Märchenromane schon seit Jahrzehnten gepackt haben. Meine Lieblingstitel lese ich immer wieder und halte Ausschau nach dem, was dazukommt.
Mein erster Märchenroman war: „Stein und Flöte und das ist noch nicht alles“ von Hans Bemmann. Die Geschichte von Lauscher und dem, was ihm sein Großvater mitgibt, der sanfte Flöter. Mit 17 habe ich das Buch geschenkt bekommen, seitdem haben mich die Märchenromane nicht mehr losgelassen.
Aber was sind Märchenromane? Extra lange Märchen? Märchensammlungen? Fantasy mit Märchen drin? Wenn ich von meiner Begeisterung für dieses Genre spreche, merke ich oft, dass meine Gegenüber nicht so richtig wissen, was genau ich meine. Natürlich, Märchen, darunter können sie sich etwas vorstellen. Aber Märchenromane?
Weht der Zauber der Märchen mich aus einem Buch an?
Dann ist es für mich ein Märchenroman.
10 Jahre brauchte Otfried Preußler, um seinen „Krabat“ zu schreiben. Bis aus einer sorbischen Sage (s)ein Roman wurde. Und im russischen Märchen „Snegurotschka“ hat das Mädchen aus Schnee nur ein halbes Jahr, im Märchenroman „Das Schneemädchen“ von Eowyn Ivey ein eigenes Leben.
Den Märchenroman macht die Verbindung von Märchen und Roman aus. Von den Märchen kommen vertraute Motive oder Figuren hinzu, die märchenhafte Sprache oder Märchenelemente wie magische Wesen, wundersame Ereignisse und Verwandlungen. Und der Roman schenkt dem Märchenroman die längere, zusammenhängende Erzählstruktur und komplexere Figuren.
Vom Genre her gehören Märchenromane zu Fantasy, aber: Fantasy feiert die Fantasie, der Märchenroman feiert die Märchen.
„Ich wär gern richtig dick“, rief das Märchen, das bisher nur auf wenige Zeilen kam. „Kannst du haben“, der Roman hielt ihm seine vielen Seiten hin.
Auf den Geschmack gekommen? Dann lies doch mal (wieder) in Märchenromane oder Märchen hinein.