Sigrid Varduhn
Autorin | Schreibcoach | Erzählerin
Newsletter vom 30.07.2026

Sonderpost: 30. Juli – Weltpostkartentag

Mit 3 Impulsen für Postkartengeschichten

Gleich vorweg: Es gibt zwei "Weltpostkartentage". Einen heute am 30. Juli (seit 2012) und einen am 1. Oktober (der wurde 2019 zum 150. Jahrestag der Postkarte eingeführt).

Mit dem Verschicken von Postkarten feiern lassen sich beide Tage. Weil der 30. Juli aber so gut in die Sommer- und für manche auch Ferienzeit passt, habe ich den heutigen Tag für meinen "Sonderpost"-Newsletter ausgewählt.

So geht es dir vielleicht auch: Ich freue mich über jede Postkarte, die in meinem Briefkasten landet. Und vor ein paar Jahren habe ich aus einem Urlaub auf Rügen lauter Postkarten mit Kürzestgeschichten auf der Rückseite verschickt. Auf jeder Karte eine andere. Das kam gut an.

Lass dich inspirieren zu Postkartengeschichten. Mit diesem Newsletter schicke ich dir 3 Schreibimpulse dafür. Vielleicht schreibst du gleich heute eine – aus dem Urlaub oder aus dem Alltag.

Herzliche Sommergrüße

Sigrid

Postkartengeschichte 1: Mini-Portraits

Wem begegnest du im Urlaub oder Alltag? Schreib auf der Rückseite einer Postkarte zu einem Menschen oder einer Figur. Zum Beispiel mit dem:

Figuren-Elfer

  1. Zeile: 1 Wort: Adjektiv/Eigenschaft zu einer Figur deiner Wahl
  2. Zeile: 2 Worte: die Figur benennen
  3. Zeile: 3 Worte: Worin zeigt sich diese Eigenschaft?
  4. Zeile: 4 Worte: Die Wende: Was passt nicht ins Bild?
  5. Zeile: 1 Wort: Schlusswort

Postkartengeschichte 2: Kürzestkrimi

Ein Klassiker des Kurzkrimischreibens: der „Whodunnit“ – Wer war es?

Was könnte es Mysteriöses aufzuklären geben? Dein Kürzestkrimi kann sich auf das Motiv einer Postkarte beziehen (Ist da wirklich Zucker in dem Streuer?) oder ein (Urlaubs-)Erlebnis, das du hattest. Und denk dran: Du hast nur wenige Zeilen.

Whodunnit im Aufbau:

  1. Die Tat/der Schauplatz
  2. Wer ermittelt warum?
  3. Der Kreis der „Verdächtigen“
  4. Was finden die Ermittelnden heraus?
  5. Die Auflösung

Postkartengeschichte 3: Wende-Haiku

Klassischerweise fangen die japanischen Kurzgedichte eher Stimmungen ein. Mehr ins Erzählen kommen sie, wenn du in die letzte Zeile eine Wende, etwas Verblüffendes bringst.

Schreib zum Beispiel zur Landschaft auf einer Postkarte oder zu einer Stimmung, die du an einem Ort erlebt hast. In der dritten Zeile beschreibst du dann etwas Überraschendes, ein Detail, das auf den ersten Blick nicht so offensichtlich ist. Zum Beispiel den Hirsch, der gleich hier ins Bild schwimmen wird. 😊

Haiku im Aufbau:

  1. Zeile: 5 Silben
  2. Zeile: 7 Silben
  3. Zeile: 5 Silben

Inspiriert? Dann schreib mal wieder.

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