Der Jahresanfang – immer ein guter Zeitpunkt, um sich den großen Fragen zu stellen. Dazu passt ein Buchtipp zum Thema Schreibmotivation, den ich gerade von meiner Schreibkollegin Daniela bekommen habe: „Why we write“, herausgegeben von Meredith Maran.
20 Erfolgsautoren von Isabel Allende bis Armistead Maupin beantworten in diesem Buch auf sehr persönliche Art, wie sie zum Schreiben gekommen, warum sie dabei geblieben sind und was das Schreiben in ihrem Leben bedeutet.
Schreibst du,...
1. ... um mehr zu verstehen?
„Ich schreibe, um herauszufinden, was ich denke.“, unter diesem Titel sind die Tagebücher 1964-1980 von Susan Sontag veröffentlicht. Schreiben kann uns dabei helfen, sowohl uns selbst besser zu verstehen als auch die Welt, in der wir leben.
2. ... um etwas zu erfinden?
Es muss ja nicht gleich eine Mittelerde sein samt eigenen Sprachen wie bei Tolkien. Aber jedes fiktionales Schreiben lässt auch Welten, Szenen und Charaktere entstehen. In dieser deiner eigenen Welt ist alles möglich – du entscheidest.
3. ... um Abstand zu gewinnen?
Ob Sachtexte oder erzählendes Schreiben: Für viele Schreibende bedeutet das Schreiben ein Ein- und Abtauchen können in eine parallele Welt. Auch um Distanz zu gewinnen und sich dadurch freier zu fühlen.
4. ... um von dir zu erzählen?
Nicht nur in Biografien, sondern in jedes Schreiben fließt etwas ein von der Art, wie wir die Welt sehen, dem was uns wichtig ist, unserer Sprache. In unseren Texten leben wir weiter.
5. ... um besser zu schreiben?
Mit jedem Schreiben entwickeln wir uns weiter. Wir feilen an unserem Handwerk, unserem Stil, am Erzeugen von Spannung, am Schreiben von Dialogen, am Aufbau unserer Texte. Und so oft wir auch Absätze und ganze Entwürfe wegwerfen oder löschen, lernen wir doch immer auch dazu.
Ist dein Grund dabei? Oder ist es noch ein anderer? Oder alle zugleich? Auch diese kurze Liste zeigt schon, welche verschiedenen und wichtigen Funktionen das Schreiben in unserem Leben einnehmen kann.
Ab Februar gibt es bei mir übrigens neue Schreibwerkstätten: „Tea-Time-Geschichten“ – die Schreibwerkstatt am Nachmittag. Sie finden in Caputh am See statt, geplant sind aber auch Termine in Cafés in Berlin und Potsdam.
Und noch ein aktueller Hinweis: Am 31. Januar 2015 um 17 Uhr lese ich noch einmal neue Wintergeschichten im Café Barock in Caputh.
Ein glückliches neues Jahr – auch beim
Schreiben – wünscht dir
Sigrid
Hallo Sprachfreudige,
mit Worten spielen, das machen wir beim Schreiben sowieso immer wieder. In dieser Adventsausgabe von Sprachlust stelle ich Spiele vor, die ich für mich neu entdeckt habe. Vielleicht ist ja auch etwas dabei, das du verschenken möchtest oder das auf deinem Wunschzettel landet.
3 x Spielen rund um Worte:
1. „Fliegende Zeilen“
Ringelnatz, Tucholsky, Rilke ... Bei diesem Würfel- und Wortspiel aus dem Moses-Verlag geht es darum, Zeilen aus Gedichten als Inspiration für neue Texte zu nehmen. Das Spiel enthält ein Versverzeichnis und Schreibimpulse: Zum Beispiel soll aus der Gedichtzeile ein Märchen entstehen oder ein Krimi. Wer möchte, kann sich dieses Schreibspiel samt Versverzeichnis und Schreibaufgaben natürlich auch selbst anlegen.
2. Story Cubes - Geschichtenwürfel
Du hast gewürfelt: „Schaf“, „Fisch“, „Pyramide“, „Uhr“, „Blume“, „Flugzeug“, „Hufeisen“, „Zauberstab“, „Baum“. Nun mal losfabuliert ... ich bin gespannt, was für eine Geschichte dabei herauskommt. Story Cubes inspirieren zum Erzählen von Geschichten und auch zum Schreiben – allein oder in der Runde.
3. Bananagram
Noch ein Tipp – den mir eine scrabblebegeisterte Freundin gegeben hat. Beim Brettspiel „Bananagram“ legt jeder seine eigenen Wortgitter. Wenn ein Spieler seine Buchstaben ausgelegt hat, ziehen alle neu – und damit ändern sich auch wieder alle Wortgitter.
Und der Name? Auch ein Wortspiel. Anagramme sind „Schüttelworte“, bei denen sich durch Umstellen von Buchstaben neue Worte ergeben, so wird aus „Eber“ z.B. „Rebe“. Umstellen musst du bei diesem Spiel immerzu, außerdem soll es einen geradezu verrückt machen – „the game that will drive your bananas“. Deshalb „Banagram“ – auch in einer deutschen Version erhältlich.
Einen fröhlichen Nikolaus-Samstag, Zeit zum Spielen
und für gute Gespräche im Advent und friedvolle Weihnachtsfeiertage wünscht dir
Sigrid
Du sitzt in deinem Lieblingscafé, vor dir ein Milchkaffee, ein dampfender Tee oder eine heiße Schokolade. Jetzt der Griff zum Buch oder zur Zeitung ... Aber halt! Du könntest ja auch einen Block – oder sein elektronisches Pendant – aus der Tasche ziehen und selbst etwas schreiben.
Vielleicht eine Notiz zu etwas, das du gerade erlebt hast, vielleicht ein Text, den du schon seit einiger Zeit schreiben willst oder der Anfang zu etwas Längerem.
Gerade durch die äußeren Reize (das „Gebrumm“ der anderen im Hintergrund) fällt es manch einem sogar leichter, sich in der Öffentlichkeit aufs Schreiben zu konzentrieren. Einfach, weil einen das, was die anderen tun, ausnahmsweise mal nichts angeht.
1. Café ist nicht gleich Café
Du hast es schon mal probiert und es hat nicht geklappt? Kurze Nachfrage: Was war das denn für ein Ort? Café ist ja nicht gleich Café und manchmal brauchen wir für unser Schreiben eben eine ganz bestimmte Stimmung. Kaffeehaus, Teesalon, Sandwichladen, ... die Vorlieben sind unterschiedlich. Erforsche selbst, welche Atmosphäre für dich gut ist, um ins Schreiben zu kommen.
2. Und doch: Sich vom Draußen inspirieren lassen
Du hast noch keine Idee, was du schreiben sollst? Die anderen und das Draußen gehen uns zwar gerade nichts an, aber du kannst dich natürlich trotzdem inspirieren lassen: Vom Gespräch am Nebentisch, von einem Bild an der Wand, von der Speisekarte ... Schreib einfach los.
3. Verabredung im Schreibcafé
Sich mit Freunden im Café zu treffen, um zu reden, ist eine gute Sache. Sich zu treffen, um zu schreiben, kann noch besser sein! Sprich doch einfach mal ein paar Leute darauf an, von denen du denkst, sie würden auch gern ... Da findet sich bestimmt eine oder einer.
Viele kennen diesen Klassiker des kreativen Schreibens schon: „Schreiben in Cafés“ von Natalie Goldberg. Anders als zu erwarten wäre, geht es nur in einem der Kurzkapitel explizit ums Schreiben in Cafés. Im Original heißt es allerdings auch „Writing down the bones“. Aber das macht nichts. Alle anderen ihrer 64! Anregungen lassen sich natürlich auch beim Schreiben im Kaffeehaus berücksichtigen.
Ein schönes langes Wochenende wünscht
Sigrid
In meinen Schreibwerkstätten habe ich das Akrostichon bisher nicht so oft eingesetzt. Ich fand es immer ein bisschen zu technisch, sich genau an den Anfangsbuchstaben eines Wortes zu orientieren, um zu neuen Ideen zu kommen.
Für einige Veranstaltungen mit einer Kollegin habe ich jetzt aber doch ein paar Variationen ausprobiert. Und siehe da: Ich fremdele nicht mehr. Deshalb lade ich dich heute auch dazu ein, es mal (wieder?) damit zu versuchen.
Das Akrostichon (griechisch "akros" = Spitze, "stichos" = Vers) ist ein antikes Schreibspiel, bei dem die Buchstaben eines Wortes senkrecht untereinander geschrieben werden und so in der Waagerechten die Vorlage für neue Wörter oder Sätze ergeben.
Für die Beispiele habe ich meinen Vornamen SIGRID und zusätzlich das Assoziationsthema Sommer bzw. Urlaub genommen. Aber es geht natürlich auch andere persönliche Begriffe wie das eigene Sternzeichen oder auch Themen als Ausgangsworte.
1. Im Fließtext – mit den gefundenen Worten weitererzählt
S ommer. Es sich
I n der Sonne
G ut gehen lassen,
R omane lesen und
I n der Dämmerung auf
D as Meer schauen.
2. Alle oder nur einige Worte verwenden
S eestern
I rrlicht
G lühwürmchen
R ose
I ris
D ocht
Einmal im Jahr öffnet sie die Schatulle ihrer längst vergangenen Sommer: der Gesang von Glühwürmchen, ein vertrockneter Seestern, der Docht einer Kerze im Wind.
3. Zu den gefunden Wörtern Gedanken entwickeln
S hanghai ... noch nicht auf meiner Urlaubsliste, aber wer weiß?
I strien ... unbedingt, ganz oben.
G enua ... und die bunten Häuser von Portofino sehen.
R imini ... da war ich schon, allerdings im Herbst.
I nnsbruck ... auch schön. Vielleicht mal wieder.
D almatien ... am besten mit Istrien zusammen.
Das Gute am Akrostichon: Es funktioniert sehr schnell. Einfach mal in der Bahn oder im Café ein Blatt zur Hand nehmen, den eigenen Namen, das Sternzeichen oder ein Thema senkrecht draufgeschrieben, Wörter assoziiert und losgeschrieben. Und schon bist du im Schreiben drin ...
Schöne Sommertage im August wünscht
Sigrid
Die Elfchen – Kurzgedichte aus 11 Wörtern in 5 Zeilen – sind ein Klassiker des kreativen Schreibens. So sehr, dass manch einer fürchtet, sie wären zu verbreitet und würden keine Anregungen mehr bieten.
Ich sehe das anders. Für mich eignen sich Elfchen in der klassischen Form immer noch wunderbar zum Ein-, Warm- und Zwischendurchschreiben. Und in Abwandlungen haben sie sogar noch viel mehr zu bieten.
ElfCHen – 3 x anders:
1. Der Klassiker – mit Farbadjektiv
In die erste Zeile kommt ... ein Eigenschaftswort: eine Farbe
In die zweite Zeile kommen .... zwei Wörter: Was / welcher Gegenstand trägt diese Farbe?
In der dritten Zeile stehen ... drei Wörter: Wo / in welchem Raum ist dieser Gegenstand?
In der vierte Zeile landen vier Wörter: Wie geht es weiter? Frei weitererzählen.
In der fünften Zeile schließt es sich ... mit einem Wort: Ein Abschluss, eine Wendung, eine Pointe oder auch einfach das eine Wort aus der ersten Zeile wiederholt.
Beispiel: blau // das Meer // hinter den Bergen // noch nicht zu sehen? // Auf!
2. Charakterbeschreibung in 11 Worten
In die erste Zeile kommt ... ein Wort: eine Charaktereigenschaft
In die zweite Zeile kommen .... zwei Wörter: Wer hat diese Eigenschaft?
In der dritten Zeile stehen ... drei Wörter: Worin zeigt sich diese Eigenschaft?
In der vierte Zeile landen vier Wörter: Frei weitererzählen.
In der fünften Zeile schließt es sich ... mit einem Wort: Ein Abschluss, eine Wendung, eine Pointe oder auch einfach das eine Wort aus der ersten Zeile wiederholt.
Beispiel: Tapfer // das Schneiderlein // näht einen Gürtel // sieben auf einen Streich // Blöff.
3. Geschichten-Elfchen
In die erste Zeile schreibst du ... ein Wort: der Name des Helden / der Heldin
In die zweite Zeile kommen .... zwei Wörter: Was tut er oder sie?
In der dritten Zeile stehen ... drei Wörter: Wo findet das Ganze statt – der Schauplatz?
In der vierte Zeile sind es vier Wörter: eine überraschende Wendung
In die fünfte Zeile kommt der Abschluss ... mit einem Wort
Beispiel: Bruno // verteilt Briefe // in 1.000 Briefkästen // manchmal aber auch nicht // Papiercontainer?
Übrigens: Regelbrüche sind – wie auch sonst beim kreativen Schreiben – durchaus möglich. Also darf es auch ein Zwölfchen oder ein Zehnchen werden, wenn das Gedicht es so will.
Am Sonntag, 15. Juni 2014 findet im „Café im Garten“ in Stahnsdorf ein „Kunst-im-Garten-Tag“ statt – mit Klassik & Jazz, Portraitmalerei & Bienenturmbemalen, Ostfriesischer Teezeremonie & „Mittsommerpoesie – der kleinen Schreibwerkstatt“ von Hilde Schaumann und mir.
Einen schönen Mittsommer-Monat mit
vielen lauschigen Abenden wünscht dir
Sigrid
Liebe Schreibfreundin, lieber Schreibfreund,
schon länger nicht im Museum gewesen? Dann lass dich vom Internationalen Museumstag am Sonntag, 18. Mai 2014 inspirieren. In diesem Jahr heißt der Schwerpunkt: „Sammeln verbindet - Museum collections make connections“.
Schreiben im Museum? Das geht auch. Ich habe es vor 15 Jahren in meiner Fortbildung zur Poesiepädadogin kennengelernt. Im Ethnologischen Museum in Berlin-Dahlem hat mich damals eine Skulptur zu einer "Rede an die Welt" inspiriert. Statt alles sehen zu wollen, suche ich mir in einer Ausstellung heute oft eher etwas aus, was mich spontan anspricht und schreibe dann dazu.
1. Kunstpostkarten – selbst erstellt
Malen oder Zeichnen und Schreiben, das gehört im Museum zusammen. Erstelle dir doch einfach deinen eigenen Kunstpostkarten. Auf die Vorderseite kommt deine Skizze. Vom Kunstwerk, von der Skulptur, vom Gebäude oder von deinem Weg durch die Ausstellung. Und auf die Rückseite kommt dein Text. Eine Impression, eine Geschichte oder ein Gedicht. Ich zeichne meistens erst und schreibe dann. Aber umgekehrt geht es natürlich auch.
2. Perspektivwechsel
Kunst ist eine Frage der Perspektive? Dann wechsele sie mal. Schreibe erst einen Text aus dem Ich heraus und dann, als ob du jemand anderes beim Gang durchs Museum beobachten würdest. Oder schlüpfe in eine Figur hinein, die das Museum vor vielen Jahren besichtigt hat oder in der Zukunft besichtigen wird.
3. Hier spricht die Kunst!
Auch ein Perspektivwechsel, allerdings ist es hier die Kunst selbst, die spricht: das Bild, die Skulptur, die Installation: Schreibe aus dieser Sicht heraus z.B. einen Brief, eine E-Mail, eine Rede oder einen anderen Text.
Die Veranstaltungen zum Internationalen Museumstag findest du übrigens auf www.museumstag.de. Und zum Schreiben im Museum gibt´s auch Literatur. Das Buch "Fenster zur Kunst: Ideen für kreative Museumsbesuche" von Claudia Cremer, Michael Drechsler und Claus Mischon ist zurzeit allerdings nur antiquarisch erhältlich.
Gute Impulse zum Schreiben in Museen, Ausstellungen
und auf Reisen wünscht dir
Sigrid
April, April, landauf, landab werden Menschen am 1. dieses Monats mit Scherzen „in den April“ geschickt. Das mache ich zwar nicht, ums "humorvoll schreiben" geht’s in Sprachlust aber diesmal auch.
1. Verblüffen!
Man sollte Äpfel besser nicht mit Erdbeeren vergleichen. Oder geht das anders? Mache zu einem Begriff zunächst eine Liste, was alles dazu passt, also beim Apfel z.B. Birnen, der Stamm und der Kuchen. Und dann eine Liste mit Begriffen , die du sonst gar nicht damit verbinden würdest. In der zweiten Liste ist oft Potenzial für Verblüffung. Und nach der kurzen Verblüffung kommt im besten Fall das Schmunzeln ;-).
2. Übertreiben!
In Tschechows Humoreske „Der Tod eines Beamten“ niest ein Finanzbeamter im Theater aus Versehen auf eine hochstehende Persönlichkeit. Das ist dem Beamten so unangenehm, dass er immer wieder bei dem anderen seine Aufwartung macht und den Mann schließlich regelrecht verfolgt, um sich zu entschuldigen. Obwohl die Geschichte tragisch endet, bringt sie zum Lachen, weil sie so übertrieben ist.
3. Lachen ... über sich selbst!
Warum gefällt vielen die Ikea-Werbung? Weil das Unternehmen – zumindest in der Werbung – über sich lachen kann. Die Botschaft: Wir nehmen uns selbst nicht so wichtig. Wer Selbstironie zeigt, hat die Lacher oft auf seiner Seite – z.B. im Blog.
Humor bleibt subjektiv. Worüber der eine lacht, das findet der andere gar nicht komisch. Aber deswegen genießen wir es vielleicht auch besonders, wenn uns ein Text zum Schmunzeln bringt.
Und: Der Humor kommt auf den Punkt. Da ist kein Wort zu viel. Um die ganz kurze Form gehts auch am 26. April 2014 in der Schreibwerkstatt "Kürzestgeschichten, die auf Postkarten passen".
Einen fröhlichen April wünscht
Sigrid
„Heute X getroffen, mit Y telefoniert, am Abend Gewitter“ oder „ennnndlich. Habe Z mal wieder gesehen. So süüüß!“ Tagebuchschreiben kann sehr unterschiedlich sein. Manchmal erfreuen uns unsere frühen Notizen im Nachhinein , manchmal wundern wir uns auch, wie anders unser Leben und unsere Empfindungen früher waren.
Gerade habe ich „Schreiben Tag für Tag. Journal und Tagebuch“ von Christian Schärf gelesen. Eine gute Inspiration dazu, auf neuen Wegen an das tägliche Notieren von Eindrücken und Ideen heranzugehen.
1. Der Schreibkalender
Die kürzeste Variante: eine Notiz im Kalender. Meist nicht mehr als 3-4 knappe Sätze dazu, was am Tag passiert ist, zu Stimmungen und Befindlichkeiten und auch zum politischen und gesellschaftlichen Geschehen, das einen bewegt.
2. Projekttagebücher
Wie kommst du mit einem dir wichtigen Thema voran? Zum Beispiel mit dem Schreiben ... Projekttagebücher beschränken sich auf ein bestimmtes Aufgabengebiet, halten Wesentliches dazu fest und helfen so, an einem Thema dran zu bleiben. Das kann eher sachlich oder sehr persönlich gehalten sein und schließt auf jeden Fall Höhe- und Tiefpunkte mit ein.
3. Lektüretagebuch
Lesen und Schreiben – das gehört zusammen. Und die eigenen Leseeindrücke lassen sich gut in einem Lektüretagebuch reflektieren und festhalten. Entweder zu einem bestimmten Buch, an das du dich sowieso einmal dranmachen wolltest oder auch als regemäßige Lesebegleitung. Es könnte natürlich auch ein Geschichten-Tage-Buch daraus werden (Literatur + Filme) oder ein Kunst-Tage-Buch (Literatur + Film + Theater + Musik + bildende Kunst +...).
4. Reisetagebücher
Ein Klassiker, immer wieder gern geführt und zunehmend auch in Verbindung mit den digitalen Medien. Reisetagebücher lassen sich verknüpfen mit Bilder, Karten und Souvenirs. Und sie lassen sich - so man gemeinsam unterwegs ist – auch zu mehreren schreiben.
Herzliche Grüße
Sigrid
Vielliebchentag? Heißt das heute nicht Valentinstag und ist eine Erfindung der amerikanischen Blumenhändler? Nun, im Mittelalter hieß der 14. Februar "Vielliebchentag" und war auch im deutschen Raum der Tag der Liebenden.
In Frankreich und Belgien wurden damals per Los ein Mädchen und ein Junge für diesen Tag zum Paar gekürt: Valentine und Valentin. Daher der Name "Valentinstag".
Schöne Worte und alten Bräuche:
1. „Guten Morgen, Vielliebchen!“
Das Vielliebchen selbst ist eine Mandel mit zwei Kernen oder eine andere Zwillingsfrucht. Beim Vielliebchen-Spiel – einem Gesellschaftsspiel aus dem 19. Jahrhundert - nehmen ein Mann und eine Frau je einen Teil der Mandel zu sich. Wer beim nächsten Treffen den anderen zuerst mit »Guten Morgen, Vielliebchen« begrüßt, hat gewonnen und darf sich auf ein kleines Geschenk von dem Verlierer freuen. Und so verrät mein sechsbändiges „Deutsches Wörterbuch“ von 1890 auch Redewendungen wie „ein Vielliebchen zusammen essen“ und „ein Vielliebchen gewinnen“.
2. Ausgewandertes und Eingewandertes
Varianten des Wortes Vielliebchen sollen auch im Französischen, Englischen und in den skandinavischen Sprachen bezeugt sein. So die Gesellschaft für deutsche Sprache auf ihrer Internetseite www.gfds.de. Ausgewanderte und eingewanderte Wörter gibt es ja jede Menge. Ein wahres Potpourri ("Eintopf") von Auswanderern aus der deutschen Sprache findet sich im 2006 erschienen Buch "Ausgewanderte Wörter": z.B. "kaffeepausi" in Finnland und "kaffeeklatsching" in Großbritannien.
3. Rauke, Rapunzel und Ranunkel
Was hat die Rauke mit dem Vielliebchentag zu tun? Nun, viele von uns haben sie auch erst einmal unter einem anderen Namen kennengelernt: Rucola. Und als Rucola immer beliebter wurde, tauchte auch der alte deutsche Name wieder auf: Rauke.
Und weil der Feldsalat eine so schicksalhafte Bedeutung in einem Märchen der Gebrüder Grimm eingenommen hat, bekam er auch noch einen zweiten Namen: Rapunzelsalat.
Da passt die Ranunkel doch gut dazu ... und ist außerdem meine Lieblingsblume. Ihr lateinische Name "ranunculus" heißt übrigens "Fröschlein" - weil die Pflanzen sich angeblich dort am wohlsten fühlen, wo Frösche quaken. Aber das ist dann schon wieder eine eigene Geschichte ...
"Behände sein", "sich ein Herz fassen" ... schöne alte Wendungen gibt´s auch viel im Märchen. Wer selbst welche schreiben mag, mit alten oder neuen Worten, ist herzlich eingeladen, sich zu "Schreib dein Märchen!" anzumelden am 29. März in Caputh.
Ein schönes Valentins- oder
Vielliebchen-Wochenende,
herzliche Grüße von
Sigrid
Postkarten, Einkaufszettel, Tagebuch oder nur noch die Unterschrift auf der Kreditkarte 😉 Was schreibst du noch mit der Hand? Der 23. Januar ist der Tag der Handschrift. Ein guter Anlass, mal die Möglichkeiten unseres Schreibens per Hand zu erforschen.
Der kreative Prozess des Schreibens hat ja verschiedene Seiten. Und so kann es gut sein, dass der eine das Tippen am Computer als kreativer empfindet, weil sich da schnell etwas ändern lässt. Für den anderen dagegen lassen sich Ideen besser handschriftlich auf dem Papier entwickeln, weil das nicht an eine bestimmte Technik gebunden ist.
3 Schreib-Anregungen zum Tag der Handschrift
1. Deine Handschrift – damals und heute
Jetzt wird gekramt! Aufgabe ist es, das älteste Dokument mit deiner Handschrift zu finden – ob Tagebücher, Schulhefte oder Briefe. Bei mir was es das Poesiealbum. Nimm dir den Text in deiner früheren Handschrift und schreibe ihn noch einmal ab. Wie wirken die beiden Schreib-Ichs nebeneinander? Sehr unterschiedlich? Oder gar nicht? Mal sehen, was du herausfindest.
2. Lieblingswörter: Bitte schönschreiben
Den Trend für Wortkunst an der Wand gibt es ja schon länger. Aber das lässt sich auch selbst machen. Einfach mal einen großen Papierbogen nehmen und ein Lieblingswort oder ein Motto für die Woche draufschreiben. Lass dir beim Schreiben Zeit. Vielleicht entdeckst du Buchstaben dabei auch völlig neu. Einer meiner Favoriten: Wenn Menschen das große A als „A“ schreiben.
3. Handschriftliches fällt ins Auge
Gerade weil wir es nicht mehr so gewohnt sind: Etwas Handgeschriebenes ist besonders. Das gilt für den persönlichen Gruß, aber auch die Werbung nutzt es. Ob die Tagesempfehlungen auf der Tafel im guten Restaurant oder die handschriftlichen Renditen auf dem Flip-Chart in der Bankfiliale um die Ecke. Bei all den Computerschriften fällt uns das per Hand geschriebene einfach mehr auf.
Ein guter Ort fürs Schreiben per Hand und mit anderen zusammen – die Schreibwerkstatt. Zum Beispiel mit "Schreiben zu Büchern", "Kürzestgeschichten – die auf Postkarten passen" und "Märchen schreiben" in Caputh. Ich freue mich, wenn du dazu kommst.
Herzliche Grüße
Sigrid